Schweinefleisch


Schweine sind neben Rind und Geflügel die Grundtierart, welche den Lebensmittelmarkt der Menschen weltweit mit hochwertigem Fleisch versorgt. Statistischen Angaben zufolge betrug die Fleischproduktion im Jahre 2012 weltweit 302 Mio. Tonnen, wovon ca. 36 % Schweinefleisch, 35 % Geflügel, 21 % Rindfleisch und Kalbfleisch waren. Der Rest entfiel auf die verbleibenden Fleischsorten.

Den globalen Handel mit Schweinefleisch charakterisiert seit einigen Jahren ein intensiver Wettbewerb, sowohl weltweit, wie auch auf dem europäischen Markt. In den vergangenen Jahren hatte die politische Situation Einfluss auf die international en Märkte, des Weiteren das Auftreten von Krankheiten wie die afrikanische Schweinepest oder epidemischer Durchfall bei Schweinen. In der nächsten Zukunft wird es Schätzungen zufolge zu einem Anstieg der Produktion von Schweinefleisch in den meisten Ländern kommen, welche zu den führenden Produzenten von Schweinefleisch gehören. Der Markt für Schweinefleisch in der EU hatte durch das Embargo gegen Russland etliche Probleme. Schätzungen der Europäischen Kommission zufolge ging der Export aus der EU in Drittländer 2014 im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 % zurück. Einen Exportrückgang verzeichneten u.a. Litauen, Polen, Deutschland und Frankreich zu verzeichnen, wohingegen Holland, Spanien oder Belgien Zuwächse verzeichnen konnten. Ein fast völliger Stopp erfolgte im Falle Russlands oder Weißrusslands, des Export in die Ukraine oder nach China ging zurück. Allerdings stieg der Export in Länder wie Japan, Südkorea oder die Philippinen wiederum an.

In Polen war 2014 erstmals seit etlichen Jahren eine Verlangsamung des Rückganges, bisweilen gar ein erneutes Ansteigen des Schweinebestandes um 2,3 % zu verzeichnen. Im Juni 2014 wurde ein Bestand von 11,7 Mio. Schweinen angegeben. Die polnische Schweinezucht durchläuft seit einigen Jahren eine schwierige Situation, als ab 2007 bei einem Bestand von 18,1 Mio. Schweinen in den Folgejahren ein Rückgang auf 11,1 Mio. Im Jahr 2013 erfolgte. Dieser Rückgang Hing zusammen mit dem erheblich anwachsenden Import von Ferkeln und Schweinefleisch aus Andersen EU-Staaten nach Polen. 2005 war Polen der viertgrößte Produzent für Schweinefleisch in der EU, im Jahr 2012 fiel es auf den fünften Platz ab. Dennoch ist Polen weiterhin ein wichtiger Schweinefleischproduzent in der Union. Momentan liegt Polen auf dem 6. Platz hinsichtlich des Schweinebestandes, welcher 7,8 % des EU-Gesamtbestandes ausmacht – und Polen liefert 8,1 % der Gesamtproduktion von Schweinefleisch.

Angaben des Statistischen Hauptamtes GUS zufolge betrug der Fleischverbrauch 2013 pro Person 35,5 kg (2007 waren dies 43,6 kg), was 52,6 % des gesamten Fleischverbrauchs ausmacht. Zum Vergleich der durchschnittliche Verbrauch an Schweinefleisch pro Kopf in den folgenden EU-Ländern 2012: Spanien - 66,1 kg, Dänemark - 64,2 kg, Deutschland - 53,3 kg, Österreich - 59,9 kg, Portugal - 46,4 kg, Belgien - 43,5 kg, Frankreich - 37,9 kg, Italien - 36,9 kg, Irland - 36,1 kg oder Schweden - 34,7 kg. Möglich wäre also ein Zuwachs beim Verbrauch und eine Rückkehr in die Jahre, als dieser noch mehr als 40 kg pro Kopf betrug. Die Zukunft dieses Marktes hängt also im Wesentlichen vom Konsumzuwachs dieser Fleischsorte ab. Polen ist ein Land, das nicht nur entsprechende Traditionen, sondern auch Möglichkeiten zur Herstellung von Fleisch und Wurstwaren hoher Qualität hat.

Der Rückgang ist möglicherweise mit der veralteten Ansicht verbunden, Schweinefleisch sei fett und ungesund. Neueste Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese Ansicht revidiert werden muss. Der Cholesteringehalt von Schweinefleisch ist nämlich niedriger als bei Geflügel. Die langjährige Zuchttätigkeit in Richtung der Reduzierung des Fettgehaltes von Schweinen bewirkte, dass heute Schweinefleisch nicht mehr sehr viel Fett enthält und sich durch einen hohen Näherwert charakterisiert. Immer häufiger ist auch in der Literatur nachzulesen, dass diese Art von Fleisch ein funktionelles Lebensmittel darstellen kann, u.a. wegen seines Gehaltes an notwendigen ungesättigten Fettsäuren, bioaktiven Peptiden (Carnosin, Glutathion), Cholin oder einiger Mirko- und Makronährstoffe und Vitamine. Hinsichtlich der Tatsache, dass Schweinefleisch in Polen zu einem bedeutenden Teil als Rohfleisch gekauft (50%) und erst dann zu Hause weiter verarbeitet wird, sollte der kulinarischen Qualität von Schweinefleisch große Aufmerksamkeit zuteil werden. Untersuchungen zeigen, dass Schweinefleisch aus polnischer Tierhaltung eine sehr hohe sensorische Qualität aufweist. Sehr wichtige Elemente, die über den Verbrauch von Fleisch und Fleischprodukten in der Zukunft entscheiden, sind die Qualität und der Preis. Die Verbraucher erwarten, dass sich Fleisch durch eine sehr hohe sensorische Qualität auszeichnet, einen hohen Nährwert – dass es aber auch preisgünstig ist, und es steigt auch das Interesse daran, dass in der gesamten Produktionskette „vom Feld auf den Tisch“ die Hersteller folgendes garantieren: hohe Qualität, gesundheitliche Verträglichkeit und die Sorge um eine tiergerechte Haltung. Zunehmendes Interesse ist gleichfalls an traditionellen und regionalen Lebensmitteln sowie an Fleischprodukten aus kleinen, lokalen Verarbeitungsbetrieben zu verzeichnen.

Zusammenfassend kann Man also annehmen, dass die Zukunft des fleischverarbeitenden Sektors in Polen in großem Maße von den Kunden selbst abhängen wird. Deswegen: Unterstützen wir polnisches Schweinefleisch.

*Quelle: http://www.wieprzopedia.pl/funkcjonowanie-rynku-wieprzowiny-%C5%9Bwiat-unia-europejska-polska
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